Berichte aus der Kolpingsfamilie
Kolpingsfamilie Glonn
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200 Jahre Adolph Kolping - Kolpingjahr 2013
Adolph Kolping - Wer war das? Kolpingfamilie - was ist das?
Als Mitglied der Kolpingfamilie wird einem von Außenstehenden häufig die Frage gestellt
„Was ist eigentlich eine Kolpingfamilie?“ oder „Wer war denn Adolph Kolping?“
Am leichtesten lassen sich diese Fragen mit einem kurzen Überblick über die Person Adolph Kolping bzw. sein Wirken und seine Ziele, beantworten. Und selbst für diejenigen, die denken, bereits alles über Adolph Kolping zu wissen, könnte eine kleine Wissensauffrischung ganz interessant sein.
Adolph Kolping wurde am 08.12.1813 in Kerpen bei Köln geboren und stammte aus ärmlichen Verhältnissen.
Nach dem Besuch der Volksschule, absolvierte er eine Lehre zum Schuhmacher und war mehr als zehn Jahre in diesem Beruf tätig. Es setzte sich bei ihm jedoch immer mehr der Wunsch durch, seine unbefriedigenden Lebensverhältnisse aufzugeben und so wurde er im Alter von 23 Jahren Schüler des Marzellengymnasiums in Köln. Während dieser Schulzeit, reifte in Adolph Kolping der lang gehegte Wunsch, Priester zu werden. 1841 begann er sein theologisches Studium in München, welches er später in Bonn und Köln fortsetzte. Am 13. April 1845 empfing er in Köln die Priesterweihe.
Seine erste Stelle als Kaplan erhielt er in Wuppertal-Elberfeld. Hier machte er bald Bekanntschaft mit dem von Lehrer Johann Gregor Breuer gegründeten Gesellenverein, zu dessen Präses er 1847 gewählt wurde. Dieser Verein, in dem sich meist Handwerksgesellen zusammengefunden hatten, wurde für Adolph Kolping zur Lebensaufgabe. Er erkannte in dem Wirken für diese jungen Menschen seine eigentliche Berufung.
Im Jahre 1849 kam er als Domvikar nach Köln, und damit hatte er die Möglichkeit zur weiteren Ausbreitung des katholischen Gesellenvereins. In wenigen Jahren weitete sich sein Werk ständig aus. Es entstanden Gesellenvereine u. a. in Düsseldorf, Bonn, Aachen, sowie in Trier und Eupen. Weitere Gründungen folgten in Süddeutschland, in Österreich, Ungarn und der Schweiz.
Es wird oft gesagt, Adolph Kolping sei den Weg vom Handwerker zum "Gesellenvater" mit dem Ziel gegangen, seinen früheren Standesgenossen zu helfen. Das stimmt so jedoch nicht. Erst in Elberfeld hat Adolph Kolping durch das Erleben des dortigen Gesellenvereins seine Lebensaufgabe gefunden. Diese bestand darin, jungen Menschen Hilfestellung bei der Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu geben.
Adolph Kolping sah die Nöte der Zeit und da im Speziellen die der herumwandernden Gesellen. In heruntergekommenen Quartieren mussten sie Zuflucht suchen, oftmals "hausten" sie unter unmenschlichen Bedingungen. Von Bildung außerhalb des beruflichen Horizonts war keine Rede. Vielfach waren die Gesellen jener Zeit sich selbst überlassen, niemand nahm sich ihren persönlichen oder beruflichen Sorgen an, niemand bot ihnen Geborgenheit bzw. ein Zuhause. Dies wollte Adolph Kolping ändern.
Er setzte auf vernünftige Quartiere (die heutigen Kolpinghäuser) und Bildung über den beruflichen Alltag hinaus. In dieser Hinsicht war Kolping ein leidenschaftlicher Praktiker.
Sein Ziel war es, dass durch die Gesellenvereine berufliche Fortbildung, religiöse Bildung, Vorbereitung auf Ehe und Familie, unterstützt durch geselliges Beisammensein, ermöglicht wurden.
Im Jahre 1865 zählte man über 400 Gesellenvereine in zahlreichen Ländern Europas und Übersee. Kolpings tatkräftiger Einsatz, seine vielen Reisen und sein rastloses Wirken zehrten seine Kräfte jedoch frühzeitig auf. Am 04.Dezember 1865, starb er im Alter von 51 Jahren in Köln.
Sein Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 200. Mal.
Am 27.10.1991 wurde Adolph Kolping in Rom selig gesprochen.
Aus den Gesellenvereinen sind die Kolpingfamilien entstanden und ab 1976 wurden auch Frauen in die Kolpingfamilien mitaufgenommen.
Von den Grundideen Adolph Kolpings
  • Sei ein überzeugter Christ
  • Leiste Tüchtiges in deinem Beruf
  • Werde ein guter Familienvater (eine gute Mutter)
  • Sei ein tüchtiger Staatsbürger
ist nicht abgewichen worden, sie haben weiterhin Gültigkeit und sollen stets als Richtschnur für das Wirken des Verbandes dienen. Der Wunsch von Adolph Kolping war es, dass seine Ziele immer wieder neu den Erfordernissen der Zeit angepasst werden.
Das Ziel der Kolpingfamilie Glonn besteht natürlich ebenfalls darin, die Grundideen von Adolph Kolping, entsprechend den Anforderungen und Bedürfnissen der heutigen Zeit, umzusetzen. Wichtig hierbei ist natürlich immer auch ein beständiger Ort, an dem man zusammenkommen, sich über verschiedene Themen austauschen, kritisch diskutieren, miteinander Geselligkeit erleben,...kann.
So war viele Jahre lang das Josef-Stüberl ein solcher Ort für die Glonner Kolpingfamilie. Dieses musste durch den Bau des neuen Pfarrheims abgerissen werden.
Wo ein neues „Quartier“ für die Glonner Kolpingfamilie zukünftig stehen könnte, ist zwar noch fraglich, jedoch ein Thema, das sich die Vorstandschaft der Kolpingfamilie zum Ziel gesetzt hat.
Was dem einzelnen zu schwer wird oder woran er oft versagt, das gedeiht ohne Mühe, wenn gemeinsame Kräfte, sich gegenseitig Stütze und Halt gebend, dem Ziele zustreben.
(Adolph Kolping)


Dagmar Niederhammer


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