Berichte aus der Kolpingsfamilie
Kolpingsfamilie Glonn
< 2004: Nikolausdienst 2004
Zurück zur Übersicht
> 2005: Feldkreuz zum 150-jährigen

150-Jahr-Feier der Kolpingsfamilie Glonn
1854 - 2004
Am Dienstag, 04. Mai 2004, um 8 Uhr früh war es also so weit: Nach fast zweijähriger Vorbereitungszeit ging der Aufbau des Festzeltes los. Ein wenig nervös waren wir wohl alle, die Mitglieder des Festausschusses. Hatte doch keiner bis auf Fred Waschke, Erfahrungen mit der Organisation und Durchführung eines solch großen Festes. Beim Waschke Fred möchte ich mich auch gleich bedanken, dass er sich trotz seines Amtes als 1. Vorstand bei den Glonner Schützen bereit erklärt hat, im Festausschuss mitzuwirken und wir waren oft froh um seine guten Tipps und Ratschläge, speziell gerade ich als 1. Vorsitzender. Aber wieder zurück zum Aufbau, wobei ich hierzu noch eines erwähne möchte. Zwei Monate vor Festbeginn mussten wir feststellen, dass in das bestellte Zelt nur 700 Personen passten. Wir mussten aber für den Abend mit Herbert & Schnipsi 1000 Sitzplätze haben. So versuchte ich auf ein größeres Zelt umzubuchen, was schließlich auch gelang und sich als Glücksgriff herausstellte. Man denke nur an die Fensterfront und die Kronleuchter. Der Zeltaufbau lief am Dienstag termingerecht ab. Bis Mittag stand das Gerüst und am Abend Stand das Zelt komplett mit Boden und zusätzlichem Versorgungszelt von den Glonner Zeltfreunden.

Dank dem Einsatz der Glonner Zeltfreunde termingerecht und perfekt fertiggestellt: Das Festzelt.
Am Mittwoch und Donnerstag bis Mittag hin wurde alles in das Zelt geräumt was für den Betrieb notwendig war- die Schänke, Festbüro, Bar, Bühne, Toilettenwagen und die Bestuhlung. Wobei wir uns nie gedacht hätten wie aufwendig es ist, die Bestuhlung in Reih und Glied aufzustellen, so dass es nicht aussieht als hätte es einem das Augenmass verzogen. Bei der Bühne mussten wir alle verfügbaren Einzelsegmente aus der gesamten VG zusammenfahren um die gewünschte Bühnenhöhe unserer Kabarettisten von 1,40m zu erreichen. Da die Bühnenelemente nur auf eine Höhe von 1m auszuziehen sind stellten wir kurzerhand noch mal eine Bühne auf die Bühne.
Aber es wurde alles rechtzeitig fertig und wir konnten am Donnerstag um 18 Uhr mit der Totenehrung am Kriegerdenkmal mit der Glonner Musi beginnen. Anschließend wurde das erste Fass Grandauer Festbier durch unseren 1. Bürgermeister Martin Esterl angestochen. Die erste Hürde ist also genommen, dachte ich mir und dass das Festzelt an diesem Tag bis zum letzten Platz gefüllt ist, wussten wir aufgrund der verkauften Karten ja schon. Als dann Herbert & Schnipsi die Bühne betraten, merkte ich, es passt, die Leute hören aufmerksam zu, keiner raucht, die Stimmung ist gut und den Künstlern “daugt“ es auch. So war der erste Abend ein voller Erfolg und wir waren schon ein bisschen erleichtert.
Am Freitag fand die Rocknacht mit Bitter Lemon, für die junge Generation statt. Die Bestuhlung des Zeltes wurde fast vollständig weggeräumt, nur in einem Eck blieben noch ein paar Stühle stehen, falls sich einige “ältere Besucher“ einfinden sollten. Leider wurden es nur ca. 600 Leute, aber finanziell war die Veranstaltung ausgeglichen und das war für uns ja auch sehr wichtig.

Zum Bersten voll war das Zelt bei der "Oldienacht".
Der Samstag, anfangs eigentlich als Ruhetag geplant , wurde ein großer Erfolg. Der ehemalige erste Vorsitzender Norbert Winhart, organisierte die beiden Urgestein-Bands Mardi Gras und Panzerknacker. Der Abend lief unter dem Motto Oldienight. Während des Aufbaus der Musikanlagen sprach ich mit den Bandmitgliedern und meinte, na so 500 Leute könnten es schon werden. Als Antwort bekam ich, „naa, vor so vui Leit ham mir scho lang nimmer gspuit“. Letztendlich wurden es über 800, und die Stimmung war überragend. Bedanken möchte ich mich noch bei meinen Kameraden von den Glonner Zeltfreunden, welche die Nachtwache übernommen hatten. Wir mussten ja am anderen Tag fit für unseren Festtag sein.
Für den Festsonntag hatten wir versucht, alles so gut wie möglich zu planen, um keine Überraschungen zu erleben, doch ein großer Unsicherheitsfaktor blieb das Wetter. Als ich am Sonntag Morgen aufstand und einen Blick nach draußen warf, sah ich es, es regnete. Es ist schon ein bisschen ärgerlich, da bereitet man sich über ein Jahr auf ein solches Ereignis vor und dann verregnet es einem den Tag. Zum Trübsalblasen blieb eh keine Zeit, also machen wir das Beste daraus, dachte ich mir. Wir sagten den Feldgottesdienst ab und entschieden uns, den Gottesdienst im Zelt zu feiern. Es ist ein wenig schwierig, eine Kirche im Zelt zu haben, weil die Leute aufgrund des nicht stattfindenden Ortswechsels oftmals nicht die nötige Ruhe und Andacht finden. Doch der Gottesdienst, zelebriert von den Geistlichen Herrn Diözesanpräses Msgr. Rainer Böck, unserem Schirmherrn und Ehrenpräses GR Josef Schneider und unserm Präses und Ortspfarrer Siegfried Schöpf, konnte in einem sehr würdevollen Rahmen gefeiert werden. Am Ende des Gottesdienst weihte Diözesanpräses Msgr. Rainer Böck das Schirmherrnband für unsere neu restaurierte Fahne und das von unseren Kindern selbst gestaltete Kinderbanner. Musikalisch wurde die Feier von der Darchinger Blasmusik umrahmt, welche als Ersatz für die Glonner Musi einsprang. Doch von einem Ersatz möchte ich nicht sprechen. Sie machten ihre Sache sehr gut und unterhielten uns den ganzen Tag über mit hervorragender bayrischer Blasmusik. Nachdem sich das Wetter während des Gottesdienstes besserte und nur noch der Wind verstärkt ging, entschieden wir uns, den Festzug abzuhalten, welcher mir und sicher vielen anderen als ein sehr schönes Erlebnis in Erinnerung bleiben wird. Das anschließende Mittagessen mit unseren 600 Gästen verlief reibungslos und jeder Gast hatte schnell seinen Hunger stillen können. Nachdem alle gestärkt waren übereichten wir unsere Erinnerungsgeschenke, eine selbst gestaltete Medaille. Die Musi spielte noch bis 15 Uhr, doch einige blieben bis zum Abend und ließen den Festtag gemütlich ausklingen.

Ehrenpräses Josef Schneider, Gründungsvorsitzender Norbert Winhart, Präses Siegfried Schöpf und Vorsitzender Georg Brunnhofer, offensichtlich zufrieden mit dem Festverlauf.
Am Montag fand, wie es sich für ein oberbayrisches Fest gehört, ein Kesselfleischessen statt. Es kamen 500 Besucher und das Zelt war, bis auf die vorderen Reihen, gefüllt. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Glonner Musi, die uns dazu animierte, den Festausklang stehend auf Bänken und Tischen zu erleben. Für den Abbau am Dienstag setzten wir uns das Ziel, bis zum Abend alles weg zu haben. Wir waren wieder wie beim Aufbau viele Leute und es ging zügig voran. Bis Mittag stand nur noch das Zeltgerüst und um 20 Uhr kam der Sattelzug,der unser Festzelt verlud. So war am Dienstagabend vom Kolpingfest nichts mehr zu sehen, doch in unseren Gedanken waren wir noch alle bei den wunderbaren vergangenen Festtagen.
Am Ende meines Rückblicks möchte ich mich bei allen denjenigen bedanken, die es uns ermöglicht haben, ein solch tolles Fest durchzuführen. Wir haben in dieser Zeit sehr viel Unterstützung erfahren dürfen. Dafür an alle ein herzliches Vergelt´s Gott.


Georg Brunnhofer


Zurück zum Seitenanfang · Zurück zur Übersicht